Die totale Mondfinsternis erlebte ich diesmal auf der anderen Seite der Erde. Sie war nämlich der Beginn einer erneuten Reise nach Namibia. Direkt nach Ankunft in Windhoek bzw. auf der Cuno-Hoffmeister-Gedächtnissternwarte wurden wir in die eifrigen Vorbereitungen für die Mondfinsternis eingespannt. Die Teleskope mußten vorbereitet werden, einige von ihnen mußten auf dem Vorplatz aufgestellt werde, denn für diesen Abend hatten sich zahlreiche Besucher angekündigt, darunter auch mehrere Schulklassen und ein Förderlehrgang für Jugendliche aus Katatura (Vorort von Windhoek).
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Der aufgehende Mond im Erdschatten am Abend des 16. September kurz vor Beginn der totalen Mondfinsternis. Aufgenommen auf der Cuno-Hoffmeister-Gedächtnissternwarte (Windhoek / Namibia). |
Als die Dämmerung hereinbrach und der Vollmond mit dem Erdschatten über dem Horizont erschien waren wir glücklicherweise startklar. Die Stimmung, die der Sonnenuntergang und dasVollmondlicht hervorrief, war überwältigend. Der Ansturm und die Begeisterung der Besucher an der sich immer mehr verfinsternden Mondscheibe und den sonstigen astronomisch interessanten Objekten des südlichen Sternenhimmels war so groß, daß es für uns unmöglich war, die Finsternis in allen Phasen fotografisch festzuhalten. Lediglich die Totalitätsphase brachte uns eine Verschnaufpause, die wir unsere eigenen Beobachtungen nutzten.
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Kurz nach Beginn der Totalität entstand diese Mondaufnahme. Sie wurde durch ein C8 bei 2000mm Brennweite auf Kodak Ektachrome Elite II 400 aufgenommen. Die Belichtungszeit betrug 10 Sekunden. |
Das Interesse der Schulkinder bzw. Jugendlichen ging weit über das in Deutschland kennengelernte Interesse gleichaltriger Jugendlicher hinaus, so daß dieser Abend bis spät in die Nacht hinein mit astronomischen Erklärungen teils in Englisch, teils in Deutsch angefüllt war. Auch die umfangreichen astronomischen Vorkenntnisse der Schulkinder haben mich beeindruckt, kaum einer fragte nach dem Zustandekommen einer Mondfinsternis. Meiner Meinung nach läßt sich das der Mondfinsternis entgegengebrachte Interesse nur zum Teil auf den wundervollen Sternenhimmel, der seine Pracht selbst in der Großstadt Windhoek nicht verbirgt, zurückführen. Vor allem aber ist der erstaunliche Kenntnisstand der Jugendlichen unterschiedlichster Altersklassen wohl auf die intensive Bildungsarbeit von Frau Sonja Itting-Enke zurückzuführen. Trotz oder gerade wegen der vielen Besucher habe ich eine Mondfinsternis in Deutschland noch nie als so ein intensives Ereignis erlebt.
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