Der aufgehende Erdschatten

von Axel Martin

In den Minuten kurz nach Sonnenuntergang kann der aufmerksame Naturbeobachter Zeuge dieses nur wenig bekannten Phänomens werden. Es ist jedoch nur unter der Vorraussetzung zu sehen, daß man sich an einem Ort befindet, der es erlaubt, den dem Sonnenuntergangspunkt, genau gegenüberliegenden Horizontabschnitt ungestört zu überblicken. Ideal hierfür sind also z.B. eine steil über dem Meer aufragende Felsküste, ein einsamer Berggipfel oder, wie in unserem Beispiel, ein Hang am Rande einer weiten Wüstenebene.
Die Erklärung des aufgehenden Erdschattens ist einfach. Die bereits untergegangene Sonne beleuchtet noch die oberen Schichten der Erdatmosphäre, wärend die erdnahen Luftschichten schon im Dunklen liegen. Sinkt die Sonne nun weiter unter den Horizont, so vergrößert sich die Schattenzone immer mehr, so daß es für den Boebachter auf der Erdre so aussieht, als ob der Erdschatten über dem Osthorizont aufgeht.
Selbstverständlich kann man auch die umgekehrte Erscheinung, also den Untergang des Erdschattens, kurz vor Sonnenaufgang am westlichen Morgenhimmel beobachten. Da zu dieser Zeit jedoch naturgemäß weniger Menschen den Himmel beobachten, ist die Sichtung des untergehende Erdschatten nur sehr selten in der Literatur zu finden.

aufgehender Erdschatten - 3 Minuten - © Axel Martin
aufgehender Erdschatten - 6 Minuten- © Axel Martin
aufgehender Erdschatten - 9 Minuten- © Axel Martin
aufgehender Erdschatten - 12 Minuten- © Axel Martin
aufgehender Erdschatten - 15 Minuten- © Axel Martin
aufgehender Erdschatten - 18 Minuten- © Axel Martin

Die hier gezeigten Aufnahmen entstanden am Abend des 20. April auf der Gästefarm "Niedersachsen" in Namibia.

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