Heißer Fleck auf Beteigeuze

von Axel Martin

Mit dem Hubble Space Telescope wurden jetzt die ersten Aufnahmen der Oberfläche eines Sterns gemacht. Es ist dies das erste Mal, daß man einen anderen Stern als unsere Sonne, direkt untersuchen kann.

Alle bisher gewonnenen Oberflächenbilder anderer Sterne entstanden mit Hilfe von indirekten Beobachtungsverfahren, wie zum Beispiel der Speckle-Interferometrie oder aufgrund von Rückschlüssen aus Spektralanalysen.

Winterhimmel - © TSO

Ziel der Beobachtung war der linke Schulterstern des Orion (alpha Orionis - siehe Pfeil im Bild oben), der rote Riese "Beteigeuze". Die beiden Astronomen Andrea Dupree und Ronald Gilliand wählten gerade diesen Stern für ihre Untersuchungen aus, weil sie bereits indirekte Oberflächenmessungen der letzten Jahre bestätigen wollten.
Beteigeuze bietet zudem noch den Vorteil, daß er aufgrund seines gewaltigen Durchmessers (stände er an Stelle unserer Sonne, würde er bis über die Jupiterbahn hinausreichen) und seiner geringen Entfernung von nur ca. 500 Lichtjahren einen relativ großen scheinbaren Durchmesser besitzt. Auf den jetzt vorgestellten Aufnahmen ist der Stern daher auch klar als Scheibchen zu erkennen.
Besonders interessant an den Bildern ist ein misteriöser heller Fleck, der besonders im ultravioletten Spektralbereich strahlt (siehe Bild). Nach den ersten Auswertungen besitzt er den ca. zehnfachen Erddurchmesser.

Beteigeuze - © StSci

Beteigeuze im Vergleich zu unserem Sonnensystem

Der Grund für seine Entstehung ist bisher noch unbekannt. Es wird jedoch vermutet, daß er durch Schockwellen entsteht, die durch die seit langem bekannte 420-Tage-Oszillation von Beteigeuze ausgelöst werden. Der Fleck könnte jedoch auch eine gigantische Konvektionszelle sein oder aufgrund von lokalen magnetischen Aktivitäten entstanden sein.

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